Hoch hinaus für die besten Aufnahmen

Aktualisiert: 18. Okt 2020



....der Wind pfeift wie wild gegen das Zelt, man schläft schlecht und wartet auf den richtigen Zeitpunkt, irgendwann mitten in der Nacht. Dann aufstehen um 1:50 und 250 Höhenmeter runter laufen...puh.

Also wir Fotografen haben schon manchmal einen richtigen Vogel. Man fährt für ein einziges, sogenanntes "Zielbild" über zwei Stunden mit dem Auto nach Österreich, klettert stundenlang auf einen Berg, bleibt dort (nicht 100 % legal) über Nacht und stellt dann in der Früh zwei Dinge fest:

1. Man hat eigentlich viel zu wenig geschlafen

2. Das eigentliche Zielbild wurde leider nichts, weil sich Wolken vorgeschoben haben...

Doch was lernen wir daraus: Vorbereitung, Vorbereitung, Vorbereitung!

Wer tolle Milchstraßenfotos machen möchte oder Landschaften fotografieren will, auf denen nicht nur immer der übliche und gleich langweilige Schmarren drauf ist, der muss halt manchmal auch an besondere Orte gehen, doch muss das, wie könnte es anders sein, vorbereitet werden.

Eines der wichtigsten Dinge, besonders im hochalpinen Gelände, ist die Ausrüstung. Man fängt da ja oft mal an sich zu denken: "Na ja, also für die zwei Mal im Jahr, da tut es auch die Isomatte aus dem Baumarkt, oder der Schlafsack vom Sportshop nebenan...!" NEIN, der tut es nicht, denn auch bei nur zwei Mal möchte man nicht frieren und vieles kann auch zur unverhofften Gefahr werden.

Wetter in den Bergen kann genau so schnell umschlagen wie die Temperatur in den Keller fallen kann oder ihr weit und breit kein Wasser findet. Und wieder sind wir so weit: All das muss vorbereitet und bedacht werden.


Auf die Fotoausrüstung möchte ich in diesem Blogeintrag nicht eingehen, da ihr damit bestimmt sowieso schon mit Empfehlungen und Tests zu Auf ausgestattet seid. Nein, es geht mir um die Erkenntnis, daß man auf solchen Touren auf alles vorbereitet sein muß. Ich will nicht als Klugscheisser fungieren, sondern euch etwas mitgeben.

Ich gliedere die Vorbereitung in drei Segmente ein:

1.Das outdoor Equipment

2.Das Gelände und die Bedingungen

3.Das Zielfoto

Zum ersten Punkt ist zu sagen, daß es auch hier wieder sehr individuell ist und jeder so seine Marken oder auch Vorlieben für Rucksäcke, Taschen, Matten, Zelte usw. selbst herausfinden sollte. Doch einen Tipp gebe ich dann doch noch allgemein: Wie oben erwähnt, bitte auf keinen Fall sparen. Man kauft dann entweder zweimal oder gefährdet sich dadurch. Das beste Beispiel sind Schlafsäcke. Ich selbst liege in einem Kunstfaser Schlafsack der Firma Mountain Hardwear und dieser ist bis minus 16 Grad im Komfortbereich angesiedelt. Hat etwas mehr Packmaß und Gewicht, dafür ist er von extremer Qualität und man friert absolut niemals, selbst nicht bei einsetzender Feuchtigkeit, was ja bei Daune immer ein Riesen Thema ist. Ein ebenfalls nicht unerheblicher Punkt ist der Rucksack. Voll gepackt mit zwei Kameras, einem Zelt, Schlafsachen für zwei Personen, Essen, usw. hat man leicht 20 Kilo auf dem Buckel und die müssen ergonomisch verteilt sein. Ein billiges Gelump kann das nicht leisten.



Auch sind auffällige Farben ein für mich essentieller Bestandteil.

In nicht seltenen Notfallsituationen werdet ihr im kargen Gelände mit einem knallig orangenen Schlafsack besser gefunden, als mit dem 29,95 € Teil vom Baumarkt oder Billigladen in der Farbe Khaki. Gleiches gilt für Jacken und Rucksäcke. Und mal ehrlich: Es gibt fotografisch nichts schöneres, als mit solchen Farbkontrasten in der Landschaft zu arbeiten.

Der zweite Punkt ist das Gelände! Wir waren auf dieser Tour auf dem Kitzsteinhorn in Kaprun. Das sind knapp 3000 Meter gewesen und die Auswahl fiel nicht nur rein zufällig auf diese Location. Es ist erstens sehr hoch gelegen mit einer guten Südausrichtung und zweitens kenne ich dort jeden Winkel. Das ist sehr sehr wichtig, denn nicht zu wissen wo man ist oder die Orientierung verlieren ist im hochalpinen Bereich ein Albtraum.

Wer sich vor Ort nicht auskennt, der sollte sich eine vernünftige App besorgen, auf klassische Karten zurück greifen oder sich einen eigenen Plan mitnehmen. ACHTUNG: Winter sollte für bergunerfahrene Leute erst mal Tabu sein! Man benötigt spezielle Schuhe und Sicherungswerk dafür. Nicht leichtsinnig nehmen.

Der letzte Punkt ist das Zielfoto. Mit ist es nicht gelungen diesmal, jedoch sollte das bei der Planung natürlich im Vordergrund stehen! Ich wollte das sogenannte "Alpincenter" auf dem Kitz mit der Milchstraße darüber ablichten. Es handelt sich dabei um einen sehr coolen und futuristischen Bau am Berg, welcher Restaurants und einen Sportshop beherbergt. Früher hielt hier die U-Alpin, in der es am 11.11.2000 zu einem verheerenden Brand kam.

Das Zielfoto ist der Anreiz für solche Touren und wird leider nicht immer erreicht. Das ist der einzige Punkt, welchen man meiner Erfahrung nach nie wirklich planen kann. In meinem Fall lag es an der falschen Denkweise der Blick- und Himmelsrichtungen. Leider war der Winkel nicht so darstellbar, wie ich ihn in meinem Kopf hatte.




Doch eines müsst ihr eich merken: Alles wird irgendwie entlohnt und wenn es "nur" der Sonnenaufgang am Morgen auf fast 3000 Metern ist, der mit keinen Worten zu beschreiben wäre. Und das Alpincenter macht sich in der Morgensonne eigentlich auch echt gut :)


In diesem Sinne macht`s gut und bleibt dabei.

LG Flo

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